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Unst ist die nördlichste Insel Großbritanniens. Ein weites, leeres Eiland der Shetlands. Hier gehen die Nordsee und der Atlantik ineinander über. Was starke Strömungen, große Dünung und raue See nach sich zieht. Ein Flecken Erde, weitab von allem. Ein Paradies für seltene Vögel und ungezählte Schafe. Und doch bald ein Zentrum.

Ein Zentrum europäischer Raumfahrt. Auf den Ruinen des britischen Luftwaffenstützpunkts Saxa Vord aus dem Zweiten Weltkrieg entsteht ein Weltraumbahnhof. In Konkurrenz und Ergänzung zu dem norwegischen Raumfahrtzentrum Andoya, von dem aus Anfang September Isar Aerospace seine erste Rakete erfolgreich in den Orbit schickte. Auch in Saxa Vord sind deutsche Unternehmen mit an Bord. So wie das gesamte Projekt zu einem europäischen Kraftakt wird.

Während Amerikaner, Chinesen und Russen Satelliten am laufenden Band in den Weltraum bringen und nicht nur Standards definieren, sondern auch sicherstellen, dass ihnen keine Konkurrenz erwächst, schafft Europas Ariadne gerade einmal bis zu acht Starts im Jahr. Mit Saxa Vord und Andoya formulieren nun Private die europäische Antwort im Rennen um Teilhabe und vor allem Unabhängigkeit im orbitalen Raum.

Es steckt dahinter noch ein wenig mehr. Beide Projekte mitsamt allen ihren Partnern demonstrieren nicht nur die Fähigkeit der Europäer Dinge umzusetzen, sie demonstrieren auch, dass Europa technologisch nicht abgehängt ist. Ganz im Gegenteil. Dass Isar Aerospace den erst zweiten Testflug zu einem erfolgreichen Flug und damit zu einer Premiere verwandeln konnte, zeigt, dass das Rennen noch längst nicht gelaufen ist. Im Gegenteil, es beginnt erst.

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